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Ensemble Zeit Sequenzen


Manfred 
Mitterbauer – Gesang
Manfred Paul Weinberger – Trompete
Thomas Mauerhofer – Gitarre 
Markus Lindner – Marimba
Christian Wendt – Bass

Wie viele CDs finden sich bei Ihnen zu Hause im Regal, die Spuren hinterlassen haben und die Sie über mehrere Jahre immer wieder anhören? Eine davon ist für mich die Produktion `Nature Morte´ (poem by Joseph Brodsky) von Simon Nabatov und seinem Quartett mit Phil Minton, Frank Gratkowski und Nils Wogram. Das Klangkonzept dieser Produktion, die klangmalerische Qualität, das kunstvolle Ineinandergreifen von Komposition und Improvisation, sowie die Ausdruckskraft der dunklen und tiefen Männerstimme, die fließend zwischen Sprech- und Gesangsstimme wechselt, sind einige der faszinierenden Facetten, die mich immer wieder zu dieser CD greifen lassen.

 

Mit Manfred Mitterbauer begegnete mir ein Sänger, dessen Stimme mich einige Male überraschend an Nabatovs Produktion mit Phil Minton erinnerte. Durch die Zusammenarbeit mit ihm in kleineren 
Projekten und der dadurch gewonnenen Erkenntnis, wie virtuos menschliche Stimme einsetzbar sein kann, war für mich klar: wenn ich ein Projekt mit dem Instrument `Stimme´ planen will, dann muss es die von Manfred Mitterbauer werden. Über dem Inhalt einer gemeinsamen Arbeit war angesichts der vielen Möglichkeiten zunächst ein Fragezeichen. Es brauchte einige Zeit um letztendlich den Mut zu fassen, eines der meist gespielten, häufigst aufgenommenen und vielfältigst interpretierten Werke der klassischen Gesangsliteratur, nämlich Franz Schuberts Winterreise für unsere erste größere Zusammenarbeit aufzugreifen. 
Zu Klangkonzept und Instrumentierung hatte ich relativ rasch eine klare Vorstellung. Ausgehend von tiefer Männerstimme, Trompete und einem mich schon lange faszinierenden Instrument, der Marimba, mit ihrem dunklen, percussiven und schnell verklingenden Sound brauchte ich etwas Tragendes, Flächiges. Diese Überlegung führte mich zur E-Gitarre als einem mit seinen Klangfarben individuell einsetzbaren Klangelement und zum E-Bass als Fundament für harmonische und rhythmische Strukturen. 

Markus LThomas MChris WManfred M 1ManfredPW




Im Kompositionsprozess selbst galt meine Aufmerksamkeit vorerst nicht vorrangig der Klavierstimme Franz Schuberts. Entscheidend für das Erspüren der Atmosphäre der 24 Lieder waren für mich die Bilder, die in den Texten von Wilhelm Müller enthalten sind. Erst die Erfahrung, nach ersten `Gehversuchen´ das Vertrauen fassen zu können, einen persönlichen Zugang zu finden, - ohne dabei im Prinzip als Bearbeiter von Schuberts Klavierpart zu agieren - erlöste mich von der anfänglichen Unsicherheit.